Die Everest-Expedition von 1924

Im Jahr 1924 versucht ein britisches Team, den Everest über die Nordseite zu bezwingen. Zwischen Wagemut, Rekorden und Tragödie bleibt diese Expedition eine der berühmtesten der Alpingeschichte.

Everest 1924 Expedition
Ein Angriff über die Nordseite
Die Expedition von 1924 wählte den tibetischen Zugang. Unter der Führung von General Bruce und später von Edward Norton nach dessen Erkrankung errichteten die Bergsteiger eine Reihe von Hochlagern entlang des Nordostgrats. Von dort sollte der entscheidende Gipfelversuch starten.

8 573

In Metern, weltweit erreichte Höhenrekord ohne Sauerstoff

8 848

In Metern, offizielle Höhe des Everest

6

6 Wochen, Dauer der Expedition am Berg

2

Verschwundene Alpinisten, Mallory & Irvine

Die Pioniere
1924 Mount Everest Expedition

Die Expedition beginnt unter der Leitung von Brigadegeneral Charles G. Bruce; erkrankt auf dem Weg, übergibt er das Kommando an Norton, der ohne Sauerstoff 8 573 m erreicht. Das Team umfasst unter anderem George Mallory, Andrew „Sandy“ Irvine, Howard Somervell, Noel Odell, Geoffrey Bruce, Bentley Beetham und John de Vars Hazard, unterstützt von Dutzenden tibetischen und Sherpa-Trägern.

Ein Höhenrekord
Norton

Am 4. Juni klettert Norton ohne Sauerstoff durch die Gelben Bänder und erreicht 8 573 m – eine bis dahin unerreichte Höhe. Seine kühne Route öffnet den Weg zu dem später sogenannten „Norton-Korridor“. Dieser Rekord bleibt fast dreißig Jahre lang unübertroffen.

Mallory & Irvine, das Rätsel
Andrew Irvine, George Mallory

Vier Tage später verschwinden George Mallory und Andrew Irvine in über 8 000 Metern Höhe. Haben sie den Gipfel erreicht, bevor sie starben? Ihr tragisches Schicksal nährt bis heute das Geheimnis und den Mythos des Everest.

Der Norton-Korridor
Norton Couloir Everest

1924 öffnet Norton einen neuartigen diagonalen Durchstieg durch die Gelben Bänder über 8 400 m. Diese direkte Linie, später „Norton-Korridor“ genannt, bleibt eine bekannte Alternative zur Nordostgrat-Route. Dem Wind und Steinschlag ausgesetzt, verkörpert sie Nortons Kühnheit in der „Todeszone“.

Edward Norton, die stille Kraft des Everest

Der britische Offizier und zurückhaltende Alpinist Edward Felix Norton verkörpert eine seltene Form von Mut: Ruhe und Kontrolle. 1924 erreichte er 8 573 Meter ohne Sauerstoff, öffnete den „Norton-Korridor“ und prägte die Geschichte des Alpinismus für immer.

Ausgangspunkt der Expedition
Norton reiste von London in das Britische Indien, bereitete sich in Darjeeling vor und sehnte sich anschließend zu den Basislagern des Everest. Vom Nord-Basislager aus zeichnete sich der Weg über die Gelben Bänder und das Norton-Korridor als kühne Alternative zum klassischen Nordostgrat ab.
Über die Expedition